Erst trinken, dann fahren

13. March 2007

… auf die Jahren gesehen, nicht Stunden, wohlgemerkt!

Alkoholische Getränke sind ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Kultur. Daran wird niemand etwas ändern. In vielen Teilen Europas lernen Jugendliche mehr oder minder gut mit Alkohol umzugehen. Mit 15 den einen oder anderen Wein zum Abendessen mit den Eltern, die ersten Biere auf privaten Parties und auch wird es mal ein Bier zu viel. Mit 16 gibt es dann die eine oder andere Saufparty und wer glaubt, es gäbe dort keine harten Alkoholika, lebt hinter dem Mond. Jeder fällt mal auf die Nase und trinkt mehr als er sollte. Die meisten, lernen daraus.

Ein weiteres Privileg dass über die noch-nicht-ganz-Erwachsenen einbricht, ist das Autofahren. Mit 18 machen die meisten ihren Führerschein, heute oft schon mit 17. Wie allseits bekannt ist, sind junge unerfahrene Autofahrer im post-pubertären Hormonrausch die gefährdeteste Gruppe unter allen Autofahrern. Ebenfalls allseits bekannt ist, dass Alkohol und Autofahren sich nicht ansatzweise vertragen. Und es braucht nicht viel um sich zu denken, dass die in Alkohol aufgelösten Hormonklumpen hinter dem Steuer ganz besonders gefährdet und gefährlich sind.

Diese beiden so unvereinbarbare Ereignisse im Leben eines jeden Erwachsenwerdenden müssen Zeitlich streng getrennt bleiben. Meiner eigenen Erfahrung nach, ist die Europäsche Reihenfolge die deutlich sicherere, die umgekehrte Reihenfolge kann man in den USA betrachten. Die Jugend hat mit 16 Autofahren gelernt und mit 21 kommt plötzlich der Alkohol hinzu: Autofahren ist zur Nebensache geworden und das Auto wird den Weg von der ersten legalen Saufparty schon alleine nach hausen finden.

Was gefragt ist, ist Aufklärung und Erziehung zum moderaten Genuss, bloß keine Verteufelung, wozu das führt kann man auch gut in den USA beobachten (doch das ist eine andere Geschichte). Was man allerdings als Sittenwidrig beanstanden könnte, sind die so genanten Flatrate-Parties: sauf-so-viel-du-kannst kann für eine Gesellschaft nicht gut sein, und das weder für die Jugend noch die Erwachsenen.

X-Binford: 6100 (more power)

8. March 2007

Da sitzt man nichtsahnend in der Küche, hat den Laptop hier her geschleppt, weil man nur hier WLAN hat, und während die Linsen kochen, denkt man sich, was für ein eMail Programm der alte Freund von dem man gerade eine Mail gelesen hat, wohl nutzt. Ein Blick auf den Header der Mail sollte weiterhelfen. Aha:

X-Mailer: Webmail

Aber warte mal, da ist ja noch etwas. Steht da tatsächlich… ne, oder?

X-Binford: 6100 (more power)

Ein wenig Recherche und siehe da, da hat wohl ein lustiger Mitarbeiter bei 1&1 allen Mails die deren Webmail und deren und GMXs Kundenservice verlassen, diesen äußerst amüsanten X-Header zukommen lassen. Klasse, ich liebe Menschen mit Humor!

Ben lernt: am Mittag steht die Sonne im Norden

22. November 2006

Tja, da steht der Ben inmitten der Tasmanischen Wildniss (Fracynet National Park), orrientiert sich an der Sonne, schaut auf die Berge und… nix passt. Huh? Ben orrientiert sich nach dern Bergen und steht, schwupps, einmal um 180 Grad gedreht… und es geht ihm ein Licht auf (besser gesagt, die Sonne): hier steht die Sonne am Mittag im Norden! (Oh wie peinlich…)

Gießen ist…

20. October 2006

Gießen ist am hässlichsten Bahnhofsvorplatz ankommen und den Zug besteigen wollen.
Gießen ist vergebens nach einem gemütlichen Flussufer suchen in einer Stadt an der Lahn.
Gießen ist warten vorm geschlossenen Bahnübergang auf der Frankfurterstraße.
Gießen ist Nachkriegsbauten neben Nachkriegsbauten.
Gießen ist mitten in Mittelhessen keine Altstadt haben.
Gießen ist zur Uni gehen und doch keinen Campus haben.
Gießen ist einkaufen wollen und doch wieder nach Frankfurt fahren.
Gießen ist Abends doch immer wieder in der gleichen Kneipe enden.
Gießen ist die Mitte Deutschlands und doch so weit weg sein.
Gießen ist das beste Eis der Region essen aber keinen schönen Platz haben, um es zu genießen.
Gießen ist die 72tausender Studentenstadt ohne Jazz, ohne Musikkultur.
Gießen ist sieben Jahre Wohnort ohne Heimat zu sein.
Gießen ist Enttäuschung.
Gießen ist vorbei.
Endlich.

Was ist eigentlich mit Deutschland los?

15. October 2006

Warum haben die Deutschen keinen Geschmack? Ich meine jetzt nicht, warum die Deutschen mit Kniestrümpfen und Birkenstocksandalen rumlaufen oder warum sie so hässliche Städte wie Gießen nicht einfach dem Erdboden gleich machen. Ich meine, was ist mit den Plattenverkäufen in Deutschland los?

Lasst uns mal eben die Top25 dieser Woche anschauen:
Platz 1: Christina Stürmer – Lebe Lauter: Für mich bitte ganz leise!
Platz 3: Rosenstolz – Das Große Leben: mit ganz kleiner Stimme.
Platz 4: Pur – Es ist wie es ist: Ich dachte Kinderlieder von und für minderbemittelten Erwachsenen wären out?
Platz 8: Wolfgang Petry: Ich dachte der wäre tot… oder hoffte ich?
Platz 9: Silbermond: Nicht schon wieder eine Symphonie!
Platz 13: Bushido: Möchte gern.
Platz 14: LaFee: Kind.
Platz 18: Kastelruther Spatzen: Von meinen GEZ Geldern gesponsored.
Platz 20: Semino Rossi: Ohne Worte
Platz 25: Die Flippers: OMFG

Immerhin sind die Altrocker von Depeche Mode auf Platz zwei, wenn auch mit einem Live Album, Katie Melua auf 5 und Scissor Sisters und Pink auf dem Plätzen 7 und 10. Wie ein Wunder wirkt da Bob Dylan auf Platz 19 und Diana Krall schafft es immerhin auf 24. Dabei gibt es im Moment wieder so viel hochkarätige Musik: Blues, Funk und Soul mischt sich mit Punk und Rock, heraus kommen nicht immer neue, aber immer bessere Symbiosen des Materials der letzen 40 Jahre. Die Deutschen müssen taub sein, denn sie hören lieber die quäkigen Stimmen von Stürmer, Rosenstolz und Silbermond, wenn The Killers, Fratellis, Snow Patrol, The Kooks, Kasabian, Muse und Beck Alben liefern.

Warum lassen wir uns von Plattenfirmen vorschreiben, welchen zusammengewürfelten Kunstprodukten wir zuhören sollen, statt echt Künstlern mit einer Botschaft und einem Bestreben zu lauschen? Wer gibt den verzogenen, im Rausch der Pubertät lebenden und damit verbundenen unter Geschmacksverirrungen leidenen 14-jähringen so viel Taschengeld, dass sie sich davon LaFee, Christina Stürmer oder Rosenstolz leisten können? Lernen die möchtegern hardcore Spargeltarzane denn kein Englisch mehr in der Schule, so dass sie echte Gangster wie Snoop Dogg, 50cent und Eminem nicht verstehen können? Oder ist all dies eine Nachwirkung, des durch die WM erweckten Patriotismus, plötzlich muss man Deutsche Musik hören, auch wenn sie scheiße ist? Ich habe nichts gegen Deutsche Künstler, vorausgesetzt sie sind so gut, wie internationale.

Nehmt euch ein Beispiel an den Briten: 1. The Killers, 3. Scissor Sisters, 4: Razorlight, 5: Fratellis, 6: Snow Patrol, 8: The Kooks, 9; Paolo Nutini 11: Bob Dylan, 12: James Morrison, Pink, Kasabian, Corrine Bailey Rae, nochmal the The Killers, Muse und die Top25 sind noch immer nicht rum. Naja, dafür kochen wir besser, wenn es auch nur daran liegt, dass wir es den Italienern besser nachmachen.

Arcor: So gut in der Leistung, so schlecht bei der Kündigung

27. August 2006

Seit meinen ersten eigenen Erfahrungen mit der Telekom wollte ich weg von dem rosa Monster. Teuer, monopolistische Arroganz und auch nicht besser als der Rest. Also, wechselte ich, sobald der funkelnde Stern namens Arcor am Gießener Himmel erschien. Günstiger, bemüht und auch nicht schlechter als die Telekom.

Nach vielen Jahren glücklicher Kundschaft, und vielen immer anstandslos gezahlten Rechnungen (ISDN und DSL mit Flatrate), steht mein Abschied aus Gießen kurz bevor. Alle Kündigungen (Wohnung, Zeitungen, Magazine, etc.) sind anstandslos akzeptiert worden, drei Monate im Voraus. Nur nicht bei Arcor.

Es stellt sich heraus, obwohl alle Mindestlaufzeiten abgelaufen sind, erlaubt Arcor eine reguläre Kündigung nur zum Ende eines jeden Quartals! Was für ein Schwachsinn! Wer richtet seinen Leben schon nach Quartalen aus? Der fachkundige wird jetzt erwidern, was ich mich denn aufregen würde, ich hätte bei Umzug doch ein Sonderkündigungsrecht. Stimmt. Doch Arcor schreibt

Nach erhalt des Beleges werden wir die Kündigung des Vertrages zu dem von Ihnen gewünschten Termin durchführen.

Aber wenn ich erst zwei Arbeitstage vor meinem Kündigungsdatum in der neuen Gemeinde aufschlagen werde, wo ich mich Anmelden muss um eine Abmeldung in Gießen zu bewirken, kann man schon Ahnen, dass mit Postweg und Bearbeitungszeit Ärger vorprogrammiert ist. Mal davon abgesehen, dass ich an diesen Tagen besseres zu tun haben werde, als mich von meiner ehemaligen Telfongesellschaft freizuboxen. Es wird eng und es wird stressig.

Ich werde wohl nicht wieder Arcor Kunde, und kann auch nur allen davon abraten, die jemals wieder umziehen möchten!

Kein Sport, keine Sportler, nur krank

23. August 2006

(Diesmal etwas weniger rational, etwas emotionaler:)

Was ein Sport ist, darüber wird nicht selten gestritten. Jeder hat seine eigenen Ansichten. Ist Schach ein Sport? Ist Autofahren (Formel 1, DTM, Rally) nicht mehr Technik als Sport? Ist Radfahren noch Sport? Ich bin mir auch nicht immer sicher, aber…

Ich bin mir sicher, Tiere zu extremen Hochleistungen zu zwingen und dann noch mit unnatürlichen Bewegungsabläufen zu quälen ist kein Sport. Es ist pervers. Und jetzt sind die deutschen im Mannschaftsdressurreiten, der Königsdisziplin des andere-Wesen-zu-abnormen-Hochleistungen-quälen, Weltmeister geworden. Und unsere Bundeskanzlerin ist auch noch Schirmherr. Ganz sicher kein Sport. Ganz sicher keine Sportler. Einfach nur krank.

Best of 2005

17. August 2006

Ich habe noch nie verstanden, wie man am 1.1. eines Jahres eine Best Of Liste des vergangenen Jahres veröffentlichen kann (geschweige denn, einen Sampler mit den Besten Tracks von einem Jahr schon zum Weihnachtsgeschäft ende November in die Läden bringen kann). Musik ist wie die anderen besten Dinge im Leben, die Zeit wird weisen, ob es nur eine Stichflamme war oder die Hitze einer starken Glut.

Jetzt, sechs Monate nach dem Ende von 2005 (Anmerkung: dieser Artikel ist schon länger in der Bearbeitung gewesen), kann ich anfangen, zusammenzustellen, was mich in 2005 nachhaltig beeindruckt hat und auch ein halbes Jahr nach der ersten Begeisterung noch immer fasziniert. Manches würde ich vielleicht in 10 Jahren nicht mehr in eine Best Of Liste aufnehmen, aber nicht umsonst habe ich so lange gewartet: diese Anzahl soll möglichst gering bleiben.

  • Maxïmo Park – A Certain Trigger – Britpop vom allerfeinsten! Zum verleiben: Graffiti Zum weinen: Acrobat
  • Editors – The Back Room – Interpol revisited, only better!
  • The Bravery – The Bravery – Electric-Rock, wenn es so etwas gibt. Stark.
  • Richard Hawley – Cole’s Corner – Traumhafte Romantik zum träumen, zum schmunzeln und meistens, zum weinen.
  • Madonna – Confessions on a Dancefloor – Wanna dance? Dance! Bass aufdrehen und Push und Sorry auf repeat…
  • Kaiser Chiefs – Employment – Lauter Spaß.
  • KT Tunstall – Eye To the Telescope – Eine Sängerin und Songwriterin die was kann. Von cool bis poppig, immer etwas ernst, aber nie depressiv.
  • Shakira – Fijacion Oral Vol. 1 – Mit dem Spanischen Vol. 1 beweist sie Größe, mit (Oral Fixation) Vol. 2 verdient sie Geld. Para Obtener Un Si verzaubert so wie Dia Especial auch. Den Hit La Tortura kennt ja jeder, auch wenn er bei weitem nicht das beste ist, was Shaki auf diesem Album bietet.
  • Moby – Hotel – der Beweis, dass mittelmäßige Musik so richtig Spaß machen kann.
  • Mando Diao – Hurricane Bar – Die Schweden haben wir in der WM geschlagen, lassen unsere gar nicht erst ans Mikro, und das ist gut so! Added Family, sowie Annies Angle und The Dream is Over muss man 2005 gehört haben.
  • Antony and the Johnsons – I Am a Bird Now – Was für ein Wahnsinn. Gib Ihm/Ihr Zeit, die Musik wird besser, je öfter man sie hört. Übrigens: Rufus Wainwright, Boy George, Devendra Banhart und Lou Reed sind mit von der Partie.
  • Robbie Williams – Intensive Care – “Robbieeeeeee! Ich will ein Kind von dir!” Vier Milliarden Frauen könne nicht irren.
  • Turin Brakes – Jackinabox – Tolle Musik die einfach Spaß macht. Kein Überdruss möglich.
  • Josh Rouse – Nashville – Melodien, Gitarren, Pop, Country, Rock, diese Stimme… und obendrein clever. Toll. (Als ich von den zehn Liedern auf dem Album welche besonders hervorheben wollte, hatte ich bald sieben Titel hier… ich lasse es lieber.)
  • Katie Melua – Piece by Piece – Call Off the Search Nachfolgealbum: eigentlich das gleiche, aber das gleich gut.
  • Hard-Fi – Stars of CCTV – Postpunk Brit Rock. Clever, Rockig… was für ein Rhythmus! Auch hier kann ich keine Tracks hervorheben, nur dass ich nicht weiß wie oft ich dieses Jahr zu Hard To Beat gezappelt habe.
  • Röyksopp – The Understanding – Ein Techno Album hier? Naja, Techno ist ja nicht mehr das, was es noch vor 10 Jahren war, und das hier ist die meine Creme de la Creme des Trip-Hop. Alpha Male ist einfach nur… wow.
  • Sheryl Crow – Wildflower – Wer Crow bisher nicht mochte, wird sie auch jetzt nicht mögen. Einfach nur schön.
  • Coldplay – X&Y – Es ist Coldplay, wie es nur Coldplay sein kann. Melancholisch aber diesmal, nicht ganz frei von Hoffnung. Vielleicht gerade deswegen, für mich persönlich, Album des Jahres 2005. “What if you should decide / that you don’t want me there by your side / that you don’t want me there in you life […/…] How can you know it if you don’t even try”, “When you love someone but it goes to waste / could it be worse?” “And I’m not gonna take it back / well I’m not gonna say I don’t mean that / you’re the target that I’m aiming at / And I get that message home” “And the hardest part / was letting go not taking part […/…] You left the sweetest taste in my mouth” Take it from me: Hoffnung zahlt sich aus.

Honorable mention erhalten dann noch:

  • Anthony Hamilton – Ain’t Nobody Worrying
  • Bruce Springsteen – Devils & Dust
  • Emma Bunton – Free Me
  • The New Pornographers – Twin Cinema
  • Franz Ferdinand – You Could Have Had It So Much Better

Als eines der Liedtexte die mich dieses Jahr ganz besonders bewegt haben, möchte ich Death Cab for Cutie’s What Sarah Said hervorheben. Der Erzähler besucht seine sterbende Freundin auf der Intensivstation und reflektiert das Sterben und das Leben, und natürlich die Liebe:

And I knew that you were a truth I would rather lose
Than to have never lain beside at all
[…]
But I’m thinking of what Sarah said:
That love is watching someone die
So who’s gonna watch you die?

Falsche Diskussion

16. August 2006

Deutsche Soldaten sollen in den Libanon: “Ja”, “nein”, “nur ohne Gewehr”, “ja, aber sie dürfen nur Hisbollah erschießen”… Was für eine Diskussion!

Deutschland ist Teil der internationalen Staatengemeinschaft. Wir erwirtschaften das dritt größte Bruttosozialprodukt der Welt. Sind größte Macht in Europa. Wir kämpfen um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UN. Wer an dieser Stelle angekommen ist, muss einstehen für was er für richtig hält, und danach handeln. Es gibt keine Weltpolizei, die UN hat keine eigene Truppe, also müssen es die Mitgliedsstaaten richten.

Was für ein Schwachsinn, hier eine besondere Situation zu sehen, weil eines der Staaten involviert ist, an dessen religiöse Mehrheit (die Juden) ein Völkermord begangen wurde, von einem längst verurteilten, kriminellen Regime einer Vorläufernation der Bundesrepublik Deutschland. Vor über 60 Jahren. Es ist an der Zeit, nicht weiter, diesen tief schwarzen Abgrund der Deutschen Geschichte zu nutzen, um sich aus unangenehmen Situationen herauszuwinden.

Wenn die Bundeswehr den Aufgaben nicht gewachsen ist, dann ist es an der Zeit, ihr diese Fähigkeiten zu geben. Es geht in der internationalen Sicherheitslage nun mal nicht mehr um die Abwehr einer Panzerinvasion aus dem Osten (in dessen Zusammenhang das Grundgesetz formuliert wurde und seltsamerweise das Deutsche Verständnis einer Armee bis heute prägt). In Zeiten von Globalisierung geht es um die erhaltung von Frieden an brenzligen Stellen unserer Welt.

Und, das mag jetzt arg radikal klingen, ist es aber nicht: Wer in die Armee geht, muss damit rechnen in einen Krieg zu geraten. Es scheint immer, als ob manche Leute das Leben eines deutschen Soldaten höher schätzen als das Leben eines Libanesischen Zivilisten (oder Iraker, Somalier, Afghane, etc.). Also haben wir die Wahl: jeden Tag 100 Zivilisten, oder jede Woche 2 Deutsche Soldaten. So abstrakt das jetzt auch sein mag, ich “opfere” lieber den einen oder anderen Deutschen Berufssoldaten (der sich ausgesucht hat, für eine höhere Sache sein Leben zu riskieren) als zuzusehen, wie jeden Tag Kinder und zivile Erwachsene sterben.

Was man wirklich diskutieren sollte ist, ob die Situation, gwachsen aus einem historischen Wust von Gefühlen, mit den Rahmenbedinungen die wir als UN-Mitgliedsstaat mitgestalten, überhaupt das Potential besitzt, durch den Einsatz von UN-Truppen verbessert zu werden. Frieden können wir sowieso nicht schaffen, solange die direkt involvierten Parteien nicht dazu bereit sind, aber wir können mit einer UN-Truppe kleine Funken löschen bevor sie erneut das Kindling auf beiden Seiten zu Feuern entzünden. Kommt man zum Schluss das die Situation durch die Anwesenheit von Blauhelmen gebessert werden kann (was in diesem Fall durchaus fragwürdig ist), müssen wir genau so hin, wie die anderen auch.

Zu behaupten, es ist sinnvoll, und dann die Drecksarbeit von anderen machen lassen zu wollen, ist feige, verantwortungslos, kurzsichtig und egoistisch: kurz grotesk.

Safety First! register_globals=off

10. August 2006

Nachdem ich unsanft auf eine register_globals verwandte Sicherheitslücke im Joomla-Component Community Builder aufmerksam gemacht worden bin (nach Analyse des access Logs, und der eingeschleusten Backdoors ist dieser Fehler aufgrund meiner Hinweise nun vom CB-Entwickler geschlossen worden) habe ich mich entschlossen, nicht mehr mit register_globals=on leben zu wollen.

Viele Provider bieten noch immer das etwas ältere PHP4 an, und da register_globals hier standardmäßig eingeschaltet ist und viele Programme mit der Erwartung dieser Einstellung geschrieben worden sind, ändern dass die Provider auch nicht. Die Situation wird selbst für Wissende nicht besser, da es bei vielen Providern aufgrund ihrer PHP-Apache Einbindung und sonstiger Konfigurationsdetails nicht möglich ist, dies auf einer per-Account-Basis zu ändern. So auch bei 1&1.

Doch über Umwege geht es bei 1&1 dann doch. Dieser Umweg, heißt PHP5 – wo register_globals standardmäßig ausgeschaltet ist! Bei 1&1 sind sowohl PHP4 wie auch PHP5 installiert, das erste führt Dateien aus die die .php Endung haben, das zweite wird bei der .php5 Endung aktiviert. Also: man ändere das Dateiendungsmapping von Apache, und schon wird alles vom wesentlich sichereren PHP5 ausgeführt.

Wie? Ganz einfach: in das Hauptverzeichnis eine .htaccess-Datei mit folgender Zeile:

AddType x-mapp-php5 .php

Natürlich bringt diese Veränderung die Gefahr mit sich, dass manche ältere Skripte nicht einwandfrei laufen, denn für PHP4 geschriebener Code ist nicht notwendigerweise aufwärtskompatibel zur Version 5 des Parsers. Ich selbst stieß aber bei den neusten Versionen von WordPress, b2evo, Gallery, phpBB und Joomla auf keine Probleme. Nur ein selbstgeschriebenes Progi mußte um zwei Anführungszeichen ergänzt werden. Das ist gewiss nicht zu viel Arbeit, um 95% aller Angriffe abzuwehren und beruhigt schlafen zu können.